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Über den Autor

Daniel Artmann – Berater für rollstuhlgerechte Mobilität in Amberg

Daniel Artmann

Berater für rollstuhlgerechte Mobilität am Standort Amberg. Seit Jahren begleitet er Familien und Einrichtungen von der ersten Frage bis zur Fahrzeugübergabe – von der Wahl des passenden Umbaus über die Rampenbreite bis zu Zuschüssen und Kfz-Hilfe.


„In welches Auto passt ein Rollstuhl?“ ist fast nie die ganze Frage. Wer für die Großmutter im Rollstuhl ein neues Fahrzeug sucht, will meistens auch weiterhin die ganze Familie mitnehmen können – die Enkelkinder, den Partner, vielleicht noch das Gepäck für den nächsten Ausflug. Genau an diesem Punkt wird die Entscheidung schwieriger als gedacht: Sitzplätze, Rollstuhlplatz und Stauraum müssen gleichzeitig zusammenpassen. Wer ein behindertengerechtes Auto für die ganze Familie sucht, kennt dieses Abwägen häufig aus eigener Erfahrung.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie viele Personen in den gängigen rollstuhlgerechten Fahrzeugen tatsächlich mitfahren können – mit echten Zahlen aus unserem eigenen Sortiment statt vager Kategorien.

Bild mit Hilfe von KI erstellt.

3 wichtige Fragen vorab

  • Passt der Rollstuhl durch den Einstieg?
  • Wie viele Personen sollen zusätzlich mitfahren: Begleitperson? Familienmitglieder?
  • Wie viel Platz bleibt für Gepäck oder den Urlaubskoffer?

Die meisten Ratgeber beantworten nur die erste Frage. Für Familien mit einem Rollstuhlfahrer ist gerade die zweite entscheidend – und genau hier setzt dieser Artikel an:

In welches Auto passt ein Rollstuhl – wie viele Sitzplätze bleiben übrig?

Wie viele Mitfahrer neben dem Rollstuhlfahrer Platz finden, ist die Frage, die uns in der Beratung am häufigsten begegnet – und die kaum ein Ratgeber im Internet mit konkreten Zahlen beantwortet. Deshalb hier die Übersicht aus unserem eigenen Sortiment:

FahrzeugSitzplätze inkl. FahrerRollstuhlplatz
Peugeot Rifter XL51
VW Caddy Maxi51
Ford Grand Tourneo Connect51
Peugeot Traveller (Dreiersitzreihe vorne)51
Ford Tourneo Custom (Standardausführung)41
Ford Tourneo Custom (RE-Version)51

Passivumbau: Sitzen bleiben statt umsteigen

Bei Rollstuhlautos.de kommen ausschließlich Fahrzeuge mit Passivumbau zum Einsatz: Der Rollstuhlfahrer bleibt während der Fahrt in seinem Rollstuhl sitzen und wird von einer Begleitperson gefahren.

Was beim Passivumbau am Fahrzeug verändert wird

Damit der Rollstuhl sicher mitfahren kann, wird am Fahrzeugheck ein sogenannter Heckausschnitt vorgenommen: Der Fahrzeugboden wird abgesenkt, sodass der Rollstuhl über die serienmäßige Rampe bequem hineinfährt – Einstiegshöhe und Türbreite spielen dabei ebenfalls eine Rolle. Im Innenraum hält ein Vierpunkt-Rückhaltesystem mit Spannretraktoren den Rollstuhl fest am Fahrzeugboden, ein zusätzliches Gurtsystem sichert den Rollstuhlfahrer selbst. Bei schwereren Elektrorollstühlen kann eine elektrische Einzugswinde das Verladen erleichtern. Jeder Umbau wird nach den geltenden Sicherheitsstandards abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen.

Wie viel Kopffreiheit bleibt, hängt vom Fahrzeug ab: Beim Ford Grand Tourneo Connect liegt die Innenhöhe am Rollstuhlplatz bei 140 Zentimetern, beim Ford Tourneo Custom bei 147 Zentimetern. Nutzer höher bauender Elektrorollstühle sollten das im Beratungsgespräch ansprechen.

Gut zu wissen: Ein Umstieg vom Rollstuhl auf einen Autositz ist beim Passivumbau nicht nötig

Wann ein Umstieg auf den Fahrzeugsitz sinnvoller ist

Manche Rollstuhlfahrer setzen sich lieber auf einen normalen Fahrzeugsitz um, anstatt während der Fahrt im Rollstuhl zu bleiben. Das ist grundsätzlich möglich, erfordert aber zusätzliche Umsetzhilfen, die über die Standardausstattung unserer Fahrzeuge hinausgehen. Ob sich das für Ihre Situation eignet, klären wir am besten gemeinsam in einem kostenlosen Beratungsgespräch – unser Schwerpunkt und unsere Erfahrung liegen klar beim Passivumbau mit Rollstuhlplatz.

Mehr als fünf Sitzplätze neben dem Rollstuhlfahrer gibt es in unserem gesamten Sortiment nicht – unabhängig davon, ob Sie sich für den kompaktesten Hochdachkombi oder den größten Bus entscheiden. Wer ein größeres Fahrzeug wählt, gewinnt vor allem Raum um den Rollstuhl, nicht zusätzliche Sitze.

VW Rollstuhlautos - VW Caddy mit Rampe von innen
Beispiel Hochdachkombi: So viel Platz hat der Rollstuhlfahrer beim VW Caddy Maxi
Peugeot Traveller - Platz des Passivfahrers
Beispiel Bus: Platzangebot für Rollstuhlfahrer beim Peugeot Traveller

Hochdachkombi oder Bus – was passt zu Ihrer Situation?

Die Sitzplatzzahl allein entscheidet also nicht. Für den täglichen Rollstuhltransport zählen oft andere Kriterien als für die große Urlaubsreise. Viel wichtiger ist deshalb die Frage, wofür das Fahrzeug im Alltag gebraucht wird.

Alltag zu Hause – Einkauf, Arzttermin, Schule

Für die meisten alltäglichen Fahrten sind die Hochdachkombis die praktischere Wahl: Peugeot Rifter XL, VW Caddy Maxi und Ford Grand Tourneo Connect sind wendiger, lassen sich leichter einparken und passen in die meisten Garagen. Bei gleicher Sitzplatzzahl ist das für viele Familien der entscheidende Vorteil im täglichen Gebrauch.

Wenn regelmäßig längere Strecken anstehen

Der Peugeot Traveller und der Ford Tourneo Custom bieten mehr Raum um den Rollstuhl herum – mehr Kopffreiheit, mehr Bewegungsfreiheit beim Ein- und Ausladen, mehr Platz für längere Fahrten. Wer regelmäßig weitere Strecken zurücklegt, profitiert von diesem Raumgewinn, auch wenn die Sitzplatzzahl gleich bleibt oder beim Tourneo Custom in der Standardausführung sogar niedriger ist.

Für Einrichtungen, Fahrdienste und Sozialdienste

Pflegeeinrichtungen und Fahrdienste haben oft andere Anforderungen als Familien. Für diese Einsatzbereiche bietet der Ford Tourneo Custom auf Anfrage weitere Ausführungen, darunter eine Variante mit zwei Rollstuhlplätzen hintereinander. Da diese Ausführungen nicht standardmäßig auf Lager stehen, empfehlen wir hierfür ein persönliches Beratungsgespräch, in dem wir die passende Konfiguration gemeinsam festlegen.

Urlaub und Gepäck – was noch mit reinpasst

Neben der Sitzplatzfrage stellt sich bei Familien mit einem Rollstuhlfahrer im Kind- oder Erwachsenenalter oft noch eine zweite Frage: Wie viel Gepäck passt noch mit, wenn ein Wochenendausflug oder der Urlaub geplant ist?

Auch hier gilt: Es kommt weniger auf die Fahrzeugklasse an als auf die Baulänge. Bei voller Belegung mit fünf Personen bleibt in den Hochdachkombis kaum Stauraum hinter dem Rollstuhlplatz übrig. Der Peugeot Traveller in der langen Ausführung bietet hier deutlich mehr Raum für Koffer und Gepäck. Auch beim Ford Tourneo Custom lohnt sich für Familien, die häufiger mit viel Gepäck reisen, ein Blick auf die längere Ausführung, die wir auf Anfrage bestellen – die Standardausführung bietet hier eher wenig zusätzlichen Stauraum.

Für Familien mit einem Kind im Rollstuhl zeigt sich an diesem Punkt oft, ob ein Fahrzeug wirklich alltagstauglich ist – nicht nur für die Fahrt zur Schule, sondern auch für den Wochenendausflug mit Fahrrädern, Kinderwagen oder Campingausrüstung. Wer solche Situationen regelmäßig erlebt, sollte die Gepäckfrage von Anfang an mitdenken und nicht erst beim ersten vollen Kofferraum.

Für den gelegentlichen Ausflug ohne großes Gepäck reichen die kompakteren Hochdachkombis in der Regel völlig aus.

VW Caddy - Rückansicht mit Rampe

Warum die Probefahrt mehr verrät als jedes Datenblatt

Zahlen und Tabellen helfen bei der Vorauswahl – die endgültige Entscheidung fällt in den allermeisten Fällen aber erst bei der Probefahrt.

50 %

„Nach unserer Erfahrung entscheidet sich etwa jede zweite Familie nach der Probefahrt für ein anderes Fahrzeug als ursprünglich geplant.“ – Daniel Artmann, Berater Rollstuhlautos.de

Das liegt daran, dass sich Platzverhältnisse im Auto anders anfühlen, als sie auf dem Papier wirken. Wie leicht der Rollstuhl über die Rampe ins Fahrzeug rollt, wie viel Bewegungsfreiheit beim Verladen bleibt, wie sich die Sitzposition der Begleitperson zum Rollstuhlplatz anfühlt – all das lässt sich nur vor Ort beurteilen. Deshalb bieten wir in Amberg und Ulm eine kostenlose Testmöglichkeit vor Ort an. Wer nicht anreisen kann oder möchte, kann sich auch per Video-Call durch die Fahrzeuge führen lassen – eine Beratungsform, die viele Familien inzwischen genauso nutzen wie den persönlichen Termin.

Auf einen Blick: Vergleich Hochdachkombis und Busse

Die Tabelle oben zeigt die genauen Zahlen je Modell – hier noch einmal die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Fahrzeugtypen auf einen Blick:

Hochdachkombis

Ford Grand Tourneo Connect, Peugeot Rifter N1 L2 Allure, Volkswagen Caddy Life Maxi

  • 5 Sitzplätze inkl. Fahrer plus Rollstuhlplatz
  • Wendig und leicht einzuparken – passt in die meisten Garagen
  • Ideal für den Alltag: Einkauf, Arzttermin, Schulweg

Busse

Ford Tourneo Custom Bus 320 L1, Peugeot Traveller Active L3

  • 4 bis 5 Sitzplätze inkl. Fahrer plus Rollstuhlplatz, je nach Ausstattung
  • Mehr Kopf- und Bewegungsfreiheit rund um den Rollstuhlplatz
  • Ideal für längere Strecken und mehr Gepäck

Das sollten Sie vor dem Beratungsgespräch wissen

  • Wie viele Personen fahren regelmäßig mit, den Rollstuhlfahrer eingerechnet?
  • Soll der Rollstuhlfahrer im Rollstuhl sitzen bleiben, oder ist ein Umstieg auf einen Fahrzeugsitz gewünscht?
  • Wird regelmäßig Gepäck für längere Strecken oder den Urlaub transportiert?
  • Welche Maße hat der genutzte Rollstuhl, insbesondere bei einem Elektrorollstuhl?

Fazit

Die Frage, in welches Auto ein Rollstuhl passt, lässt sich nicht ohne die zweite Frage beantworten: Wer fährt noch mit? In unserem gesamten Sortiment bleibt die Sitzplatzzahl neben dem Rollstuhlfahrer bei maximal fünf Personen – ein größeres Fahrzeug bringt vor allem mehr Raum, nicht mehr Sitze. Welche Ausführung am Ende die richtige ist, zeigt sich meist erst bei der Probefahrt.

Sie wissen jetzt, wie viele Personen in welches Fahrzeug passen – die letzte Sicherheit gibt trotzdem nur die eigene Probefahrt. Vereinbaren Sie einen kostenlosen Beratungstermin in Amberg oder Ulm und testen Sie die Fahrzeuge mit Ihrem eigenen Rollstuhl. Sie können nicht anreisen? Dann zeigen wir Ihnen die Fahrzeuge auch gerne persönlich per Video-Call.

FAQ

Muss der Rollstuhlfahrer zum Fahren umsteigen?

Nein. Bei allen Fahrzeugen von Rollstuhlautos.de handelt es sich um Passivumbauten – der Rollstuhlfahrer bleibt während der Fahrt in seinem Rollstuhl sitzen und wird von einer Begleitperson gefahren. Ein Umsetzen auf einen Fahrzeugsitz ist nicht erforderlich. Ein 4-Punkt-Rückhaltesystem sichert den Rollstuhl fest im Fahrzeugboden.

Wie viele Personen passen neben dem Rollstuhlfahrer ins Auto?

Je nach Modell bieten unsere Fahrzeuge vier oder fünf Sitzplätze zusätzlich zum Rollstuhlplatz. Mehr als fünf Personen neben dem Rollstuhlfahrer sind in unserem gesamten Sortiment nicht möglich – auch nicht in den größeren Bus-Modellen. Eine genaue Übersicht nach Modell finden Sie in der Tabelle oben im Artikel.

Passt jeder Rollstuhl in ein umgebautes Fahrzeug?

Die meisten handelsüblichen Falt- und Elektrorollstühle passen in unsere Fahrzeuge, die genaue Innenhöhe und Bodenlänge unterscheiden sich jedoch je nach Modell. Besonders bei größeren Elektrorollstühlen empfehlen wir, die Maße vorab im Beratungsgespräch zu klären. Bei der kostenlosen Probefahrt mit dem eigenen Rollstuhl lässt sich das am zuverlässigsten prüfen.

Kann ich ein rollstuhlgerechtes Auto vor dem Kauf testen?

Wir bieten in Amberg und Ulm eine kostenlose Testmöglichkeit vor Ort an, bei der Sie die Fahrzeuge mit dem eigenen Rollstuhl ausprobieren können. Wer nicht anreisen kann, erhält alternativ eine persönliche Führung durch die Fahrzeuge per Video-Call.

Über den Autor

Daniel Artmann – Berater für rollstuhlgerechte Mobilität in Amberg

Daniel Artmann

Berater für rollstuhlgerechte Mobilität am Standort Amberg. Seit Jahren begleitet er Familien und Einrichtungen von der ersten Frage bis zur Fahrzeugübergabe – von der Wahl des passenden Umbaus über die Rampenbreite bis zu Zuschüssen und Kfz-Hilfe.